Der Weg nach oben – Benjamin Parth

In jungen Jahren wollte ich Fußballer werden. Doch das hat sich geändert, als ich Jamie Oliver entdeckt habe. Donnerstagabends habe ich heimlich seine Kochshow geschaut und wusste, das ist es. Meine  Eltern hätten mich in die Hotelfachschule geschickt. Ich wollte aber einfach Koch werden – und mit dem Rest nichts zu tun haben. Deshalb habe ich mich für die Lehre entschieden. Das würde ich genau so wieder machen, denn in der Lehre setzt man sich viele Stunden täglich mit dem Handwerk auseinander. Mit 18 oder 19 Jahren ist man ausgebildet und hat den Beruf bereits in der Praxis kennengelernt. Für mich war auch die Auslandserfahrung wichtig. Man lernt andere Kulturen und Rezepte kennen und man muss sich immer wieder von unten nach oben arbeiten. Obwohl ich mit 18 Jahren relativ gut ausgebildet war, habe ich in meinem ersten Monat in Frankreich nur geputzt. Zu meinen Jungköchen sage ich immer: Kochen ist ein Teamsport, und das Ziel darf nicht sein, auf irgendeiner Titelseite zu landen.

Leidenschaft ist meiner Meinung nach eine wichtige Voraussetzung für Erfolg.

Wenn man eine Ausbildung oder einen Job sucht, sollte man sich zuerst fragen: Was bereitet mir Freude? Wichtig ist auch, dass man sich dabei nicht von anderen unter Druck setzen lässt. Ich erlebe es in meiner Branche oft, dass Leute deshalb aus der Gastronomie aussteigen. Und schließlich braucht man für eine erfolgreiche Karriere auch Durchhaltevermögen.

Zur Person

Benjamin Parth (32) arbeitete nach seiner Lehrlingsausbildung in Deutschland als Koch in Frankreich und Spanien. Mit 19 Jahren war er jüngster Haubenkoch Österreichs, 2019 wurde er von „Gault&Millau“ zum „Koch des Jahres“ gekürt. Vor Kurzem erschien Parths erstes Kochbuch „Angeberküche für jedermann“. Mittlerweile betreibt er ein Hotel und vier Restaurants.

Benjamin Parth Küchenchef im Gourmetrestaurant Stüva